QR-Station 1

Feldgehölz / Hecke: Tiere

Waldähnlicher Bewuchs in der freien Flur, oft als Reste ehemaliger Wälder oder Bracheentwicklung auf ehemaligen Wiesen, Trockenböschungen, Weinbergen oder gezielt zur Bereicherung für die Landschaft und als Beitrag für den Schutz der Natur angepflanzt. Dieses Feldgehölz ist teilweise durch Anpflanzung und später durch Naturaufwuchs am Rand des in der Flurbereinigung angelegten Regenrückhaltebecken entstanden.

Als verbindendes Landschaftselement zwischen Feld und Wald verfügen Hecken und Feldgehölze im Sinne der Biotopvernetzung über eine besonders große Artenvielfalt. Zwischen Büschen, Gehölzen und Sträuchern schwirren zahlreiche Insekten, die wiederum Nahrungsgrundlage für verschiedene Vogelarten sind. Facettenreich präsentiert sich auch die Pflanzenwelt (siehe auch QR Station 7). In eher trockenen Bereichen dominieren Heckenrosen, Hartriegel, Schlehen und Weißdorn; in feuchteren Gebieten sind es Pfaffenhütchen und verschiedene Weidenarten. Hinzu kommen am Rand von Hecken vielerlei Blumen, Kräuter und Gräser.

Wo Büsche, Hecken und Bäume für Halbschatten sorgen, können auch Mönchsgrasmücken angetroffen werden. Erkennungszeichen ist eine „Mönchskappe“, die bei Männchen schwarz, bei Weibchen und Jungvögeln rotbraun ist. Im Spätsommer und Herbst ernährt sich die Mönchsgrasmücke von Beeren und anderen kleinen Früchten, ansonsten ist der Vogel ein Insektenfresser. Die Brut erfolgt ab April, beide Partner brüten. Die in Mitteleuropa heimischen Mönchsgrasmücken sind Mittelstreckenzieher, deren Winterquartiere im Mittelmeerraum liegen.

Moenchsgrasmuecke_Limbrunner

Der Gesang der Nachtigall gehört zu den auffälligsten und sicherlich auch beliebtesten Stimmen der Natur. Es singen nur die Männchen zur Revierabgrenzung und dies nicht nur während der Nacht, sondern durchaus auch am Tag. Seit langem beziehen Dichter und Komponisten die Nachtigall in ihre Werke ein.
Die Brutzeit dieses Zugvogels – der die Winterzeit in Afrika verbringt, beginnt Mitte/Ende April und dauert bis etwa Mitte/Ende Juni. Die zur Ordnung der Sperlingsvögel gehörende Nachtigall ernährt sich vor allem von verschiedenen Insekten und deren Larven, sowie Spinnen, kleinen Würmern und im Hochsommer mitunter auch von verschiedensten Beeren.

Nachtigall-Limbrunner

Die Kohlmeise hält sich das ganze Jahr über auch in der Nähe des Menschen auf. Vor allem wo es noch naturnahe Gärten gibt. Der Vogel besucht häufig Futterstellen und ist manchmal ausgesprochen zahm. Die Kohlmeise ist die größte der einheimischen Meisen; charakteristisch ist das gelbe Gefieder samt schwarzem Mittelstreif an der Unterseite. Der Kopf ist glänzend schwarz mit weißen Seiten. Kohlmeisen fressen vor allem Insekten und brüten überall dort, wo sich Bäume mit entsprechenden Höhlen – auch Nistkästen – befinden.

Kohlmeise

Die Blaumeise ist kleiner als die Kohlmeise … und sehr lebhaft. Gut erkennbar ist die Blaumeise an der blauen Stirn, den weißen Wangen, dem feinschwarzen Augenstrich und dem dunklen Nacken. Als Standvögel bleiben Blaumeisen ganzjährig in unserer Region. Gebrütet wird in Baumhöhlen und künstlichen Nisthilfen. Das Weibchen wird während der Brutzeit vom Männchen mit Nahrung versorgt, um ein Auskühlen der Eier zu vermeiden.

Blaumeise

Mit einem „Fliegengewicht“ von gerade einmal zehn Gramm zählt der Zaunkönig zu den kleinsten Vögeln Europas. Im Unterholz von Hecken, Büschen und Feldgehölzen sorgt das rostbraune Gefieder für eine perfekte Tarnung. Eine besonders wichtige Eigenschaft für den schlechten Flieger, der sich häufig am Boden aufhält. Einer Sage zufolge wurde der Zaunkönig von allen Vogelarten zum König gewählt, nachdem dieser fliegend höchste Höhen erreichte … auf dem Rücken eines Adlers, der den kleinen Vogel dank dessen minimalen Gewichtes schlichtweg nicht bemerkte.

Die Amsel, auch Schwarzdrossel genannt, ist der häufigste Vogel in Deutschland. Bis zu dreißig Zentimeter beträgt die Körperlänge. Männchen haben ein tiefschwarzes Gefieder, der Schnabel ist leuchtend gelb oder orange. Weibchen sind braun bis braungrau, der Schnabel ist unauffällig braun. Die Vögel besiedeln sowohl Laubwälder, Heckenlandschaften, naturnahe, nicht sterile Parkanlagen, Gärten sowie urbane Stadtgebiete und bevorzugen dabei Plätze, welche ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten. Amseln sind Allesfresser und verzehren zum Beispiel reife Beeren, Regenwürmer, Insekten, Schnecken und Käfer. Amselpaare bleiben oft monogam über mehrere Jahre zusammen. Ihr Nest bauen sie in niedrigen Bäumen und Büschen sowie auf Mauervorsprüngen. Zwei bis drei Mal im Jahr legt das Weibchen durchschnittlich vier Eier. Die Jungen schlüpfen nach elf bis sechzehn Tagen. Drei bis fünf Wochen nach dem Schlüpfen kann der Nachwuchs selbständig fliegen. In südlichen Gebieten ist die Amsel ein Standvogel, sie verbringt den Winter in ihrem Nistrevier. Je weiter nördlich Amseln leben, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass sie über den Winter in den Süden ziehen.

Amselnest_mit_Gelege

Der Distelfink, auch Stieglitz genannt, besiedelt Heckenlandschaften, Waldränder, Obstwiesen, Grün- und Gartenanlagen und Städte. Der bunte Vogel – beide Geschlechter sehen gleich aus – erreicht eine Körperlänge von zwölf bis dreizehn Zentimetern. Der schwarz und weiß gefärbte Kopf mit roter Gesichtsmaske fällt besonders auf. Die Flügel sind überwiegend tiefschwarz und haben eine breite, leuchtend gelbe Binde. Rücken und Flanken sind zimtbraun, der Bauch weiß gefärbt. Typisch für einen Körnerfresser läuft der Schnabel spitz zu. Zu den Lieblingsspeisen der Vögel zählen Distelsamen. Das Nest wird in hohen Sträuchern oder hoch in Bäumen gebaut. Das Weibchen legt ab Anfang Mai vier bis sechs Eier, die zwölf bis vierzehn Tage bebrütet werden. In dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen gefüttert. Zwei Wochen nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel das Nest. Charakteristisch für den Distelfink ist der wellenförmige Flug.

distelfink-stieglitz-auf-distel

Blindschleichen sind tagaktiv – insbesondere frühmorgens sowie abends – und, anders als man vermuten könnte, keinesfalls blind. Die Bezeichnung „Blindschleiche“ bezieht sich auf den altdeutschen Begriff „plint“ und damit auf den „blendenden“ Glanz der Schuppen des Tieres. Die Reptilienart wird oft als Schlange angesehen, gehört aber zu den Echsen. Das Skelett weist nämlich noch Reste von Extremitäten auf. Bei Gefahr kann die Blindschleiche ihren Schwanz an mehreren Sollbruchstellen abwerfen. Ein Weibchen bringt circa 15 lebende Junge zur Welt.

Blindschleiche-Limbrunner

Der insektenfressende und nachtaktive Igel besiedelt als Einzelgänger Waldränder, Hecken, Gestrüpp und Unterholz und ist auch in Siedlungen mit alten bzw. naturnahen, strukturreichen Gärten und Grünanlagen anzutreffen. Die Tiere haben eine feine Nase und können gut hören. Die Stacheln – 6.000 bis 8.000 davon besitzt ein ausgewachsener Igel – sind verhornte Haare und dienen zur Verteidigung gegen Feinde. Bei Gefahr kann sich der Igel zu einer Kugel einrollen. Auf seinem Speiseplan stehen unter anderem Schnecken, Regenwürmer und Käfer. Aktiv sind Igel bis Mitte November, dann suchen sie sich ein geeignetes Quartier für den Winterschlaf, wie zum Beispiel Laubhaufen, Erdhöhlen und dichte Gebüsche. In freier Wildbahn erreichen Igel ein Alter von zwei bis vier Jahren.

Igel

Das Mauswiesel ist mit eines der kleinsten Raubtiere und zählt zu den Mardern. Mauswiesel werden drei bis vier Jahre alt und haben einen bis zu 25 Zentimeter langgestreckten, schlanken Körper. Die Tiere sind flink, wendig und können ausgezeichnet sehen und riechen. Die tag- und nachtaktiven Einzelgänger bewohnen Waldränder, Hecken, Büsche und offene Landschaften. Wiesel machen Jagd auf Mäuse, Lemminge, Kaninchen, Amphibien sowie kleine Vögel und stehen wiederum selbst auf dem Speiseplan von Füchsen, Mardern und Greifvögeln. Zur Aufzucht der Jungen – die von den Weibchen übernommen wird – werden unterirdische Gänge von Ratten sowie Spalten, Steinhaufen oder hohle Baumstämme genutzt. Zweimal im Jahr kommen fünf bis sieben Jungtiere zur Welt, sechs bis acht Wochen werden diese gesäugt. Im Alter von drei Monaten sucht sich der Nachwuchs ein eigenes Revier.

QR-Rundgang Bottwartal Übersicht

Das Bottwartal ist wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
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hinweis-tafel

Sicherheitshinweis: Die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr.
Die markierten Wege sind barrierefrei.